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Bullet Journal Methode

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Verstehe Deine Vergangenheit, ordne die Gegenwart, gestalte deine Zukunft: Die Bullet-Journal-Methode

Gelbe Post-Its, Zettelwirtschaft, vergessene Termine? Fällt es euch schwer, To-dos und Termine im Griff zu haben? Dann ist vielleicht die Bullet-Journal-Methode nach Ryder Carroll das Richtige für euch. Viele Menschen auf der ganzen Welt haben seit 2015 begonnen, mit dieser Methode nicht nur ihre Termine, nein, sogar ihr ganzes Leben zu organisieren. Ein organisiertes Leben hat nichts mit langweilig oder Spießigkeit zu tun. Ganz im Gegenteil. Ein organisiertes Leben schafft Platz für Gedanken, denn statt ständig zu befürchten, man könnte schon wieder einen Termin oder Aufgaben vergessen zu haben, habt ihr Zeit, endlich über ganz anderes, schönes, neues oder aufregendes nachzudenken.

Woher kommt's?

Dem New Yorker Designer Ryder Carroll wurde als Kind ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit Störung) diagnostiziert. Ihm fiel es besonders schwer, Struktur in seinen Alltag zu bringen. Nach und nach begann er, ein für sich taugliches Ordnungssystem zu entwickeln, durch das es ihm zusehends leichter fiel, sich auf tägliche Aufgaben zu konzentrieren und immer strukturierter und erfolgreicher zu arbeiten. Er konnte mit Hilfe seines Systems endlich seine Gedanken sortieren und sich auf wichtige Arbeiten fokussieren. Schließlich entschloss sich Carroll, sein System auch anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Und so veröffentlichte er sein Bullet-Journal, kurz „BuJo“, auf seiner Webseite.

Die große Stärke des Bullet-Journals ist die Individualisierbarkeit!

Mit ein bisschen Vorüberlegung legt ihr euch eure eigenen Aufgaben Kürzel an. Zeichen für „Aufgabe erledigt“, „Anstehend“, „Dringlich“. Eure Agenda, die ihr jeden Monat unproblematisch wieder und wieder verwenden könnt. Wodurch das ganze Journal übersichtlich und aufgeräumt aussieht. Und nicht erledigte, wichtige Aufgaben automatisch ins Blickfeld geraten – und somit nicht vergessen werden!

Hinzu kommt, dass wissenschaftlich bewiesen ist, dass handschriftliches Notieren nicht nur einprägsamer für das Gehirn des Menschen ist, sondern auch meditative Wirkung hat.

Je mehr ihr euch mit der BuJo Methode vertraut macht, umso mehr werdet ihr feststellen, dass nicht nur To-Dos darin ihren Platz finden. Gewohnheiten Tracker, Trink-Tracker (trinke ich genug H2O am Tag??), Schlaf-Tracker kommen wunderbar zum Einsatz. Und eröffnen einem ein ganz neuen Blickwinkel auf die eigenen Gewohnheiten. Ihr wisst zwar, dass ihr viel Zeit mit diesem oder jenem „verbringt“? Mit einem Gewohnheiten Tracker stellt ihr plötzlich schwarz auf weiß fest, womit ihr wirklich eure Zeit tag täglich verbringt. Oder ob ihr wirklich genügend Wasser am Tag trinkt. Oder wie sieht es mit dem nächtlichen Schlaf aus?
Auch Listen, zum Beispiel „Filme, die ich noch ansehen möchte“ oder Buchlisten finden im Bullet-Journal ihren Platz. Und statt jedes Mal wieder auf’s Neue zu überlegen, welchen Film ihr doch noch hattet letztens ansehen wollen, schaut ihr in eurem Journal nach der Liste und habt so sofort vor Augen, welchen Film ihr gesucht habt.

Träume , Wünsche lassen sich so auflisten, strukturieren, als portables Moodboard gestalten und sind so als wichtiger Schritt zur Ziel-Erreichung immer zur Hand.

Das Verschönern der Seiten, wie es in vielen heutigen Ratgebern zur Bullet-Journal-Methode vorgeschlagen wird, hat natürlich auch noch einen sehr schönen, kreativen Aspekt. Doch auch für die Nicht-Künstler unter uns ist das BuJo eine hervorragende, individuelle Planer Variante. Auch ohne Schnörkel, Blumen oder Sticker hinein zu malen oder zu kleben.

Wir haben hier im Team unterschiedliche Ansichten dazu. Doch je mehr wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, umso neugieriger sind wir geworden. Somit arbeiten nun zwei von uns – erst mal probeweise – mit der BuJo Methode. Und tatsächlich liegt doch ein kleines Schmunzeln auf den beiden Gesichtern, wenn sie in ihren Planern blättern. Wir bleiben also dran!

Wie fängt man am besten an?

Hier sind für euch ein paar Tipps aufgeschrieben, mit denen ihr sofort loslegen könnt. Aber auch im Anschluss ein paar Buchempfehlungen, falls ihr euch näher mit der BuJo Methode beschäftigen möchtet.

Materialien

  • Notizbuch

Wir haben uns für je ein Notizbuch mit Punkten entschieden, also ein klassisches Bullet-Journal. An sich eignen sich auch unlinierte oder sogar karierte und linierte Notizbücher. Wichtig ist, dass ihr euch mit dem Format wohlfühlt, dass es für euch die richtige Größe hat, um es überall und jederzeit verwenden zu können.

Der Vorteil an einem gepunkteten Journal ist die Möglichkeit, sich künstlerisch austoben zu können (die Punkte sind sehr hell), aber trotzdem gewisse Linienvorgaben für Schriften zu haben.

Am besten auf ein strapazierfähiges Cover achten – denn einmal begeistert von der BuJo Methode, werdet ihr auf eurer Notizbuch nicht mehr verzichten wollen. Egal, wo es euch gerade hinzieht. Auch das Papier sollte etwas fester und dicker sein, damit ihr unproblematisch jegliche Stifte nutzen könnt, ohne dass die Farben / Schriften auf der anderen Seite des Papiers durchscheinen. Gut ist Papier mit mindestens 100g/m2. Vorteilhaft ist auch ein Notizbuch, dass mit einem Gummiband außen herum versehen ist. Und hinten eine kleine Innentasche hat, worin ihr auch mal kleine papierene Erinnerungen (Kinokarte vom ersten Date, Automatenfoto mit der besten Freundin) aufbewahren könnt, bevor ihr sie weiter einklebt oder verarbeitet.

  • Stifte

Grundsätzlich reicht ein Stift aus – egal ob Bleistift, Alltagskugelschreiber oder Fineliner. Aber gerade, wenn ihr künstlerisch etwas mehr aus eurem Bullet-Journal machen möchtet, ist eine feine, kleine Auswahl von verschiedenen Schreib- und Malstiften unablässig. Wir raten dazu, vor allen Dingen Stifte auszuwählen, die schnell trocknen. Sonst habt ihr unschöne Flecken in eurem Journal. Und das wäre doch schade!

  • Sticker, Washi-Tape, Stempel, Schablonen,..

Hier sind eurer Kreativität absolut keine Grenzen gesetzt! Klebt, stempelt, bastelt und zeichnet, was euch gefällt – und zu euren Themen passt. Schneeflocken zur Weihnachtszeit, Osterhasengirlanden im April, Bierkrüge im Oktober.. ob mit Glitzer, puristisch-elegant oder im Stil der 70er Jahre?

Key..

Wie der Name bereits indiziert, besteht das Bullet-Journal aus vielen einzelnen Bullet-Punkten. Gemeint ist damit nichts anderes als Stichpunkte, welche für eure Termine, Aufgaben und Notizen stehen.
Damit alles gut zu verwenden ist, ist es wichtig, dass ihr euch ein wenig Zeit nehmt, um einen für euch passenden Schlüssel = Key anzulegen.

Ryder Carroll hat auf seiner Webseite und in seinem Ratgeber „Die Bullet-Journal Methode“  unter anderem folgenden Key angewandt:


 .  = Aufgabe
X = erledigt
> = noch nicht erledigt und in die Zukunft verschoben
< = noch nicht erledigt / keine Priorität
O = Termin
–  = Notizen
* = Wichtig!
! = Gute Idee (in Verbindung mit einer Notiz)

Überlegt euch am besten Symbole und Zeichen, die ihr leicht und einfach einsetzen könnt und die ihr automatisch mit den dahinter stehenden Bezeichnungen verbindet.

.. & Index

In einem Bullet-Journal müssen die Einträge nicht chronologisch erfolgen. So könnt ihr erst die Eintragungen für Januar anlegen, dann eine „Lieblingsfim-Liste“ und Gewohnheits-Tracker einfügen, dann folgt der Februar, usw.

Allerdings kann das wiederum zu einer nervigen „Blätterei“ führen, wenn sich beispielsweise die Geburtstagsliste im Juli befindet, ihr aber wissen müsst, wann wer im Oktober Geburtstag hat… und hier kommt der Index zum Einsatz! Hierbei handelt es sich um ein fortlaufendes Inhaltsverzeichnis, dass ihr mit jedem neuen Eintrag erweitert. Und schon ist die Ordnung wieder hergestellt. Wie komplex ihr den Index aufbaut, wieviel Platz ihr hierfür einplant, das bedarf ein wenig Überlegung. Und würde auch den Rahmen unseres Artikels sprengen. Auf den diversen Social-Media Kanälen, in unzähligen Ratgebern und in vielen Youtube-Videos gibt es hierfür hervorragende, inspirierende Anleitungen.

Was das Jahr bringt = Future Log

Am einfachsten fangt ihr mit einer Jahresübersicht an, und fügt hier eure Ziele für das kommende Jahr ein.

Und nun im Detail = Monthly Log

Die Monatsübersicht ist das Grundgerüst des Bullet-Journal. Sozusagen das Herzstück. Während die Jahresübersicht nur einmalig angelegt wird, so bietet jeder Monat in Form des Monthly Logs einen wunderbaren Neuanfang. Vom Layout her habt ihr alle Freiheiten, die ihr für euch am besten empfindet: eine Seite pro Monat, eine Doppelseite. Ob mit Kategorien Unterteilungen, „Arbeit“, „Privat“ oder „Ziele“, „Notizen“, „Ideen“…

Tracker

Zu guter Letzt noch kurz ein paar Worte zu dem tollen Tool „Tracker“. Tatsächlich haben fast alle hier im Team inzwischen ihren „Wassertracker“ vor sich auf dem Schreibblock gemalt. Und mit einem Mal sehen wir alle – zunächst mit Schrecken – wie wenig wir zu Beginn dieser Methode im Laufe des Arbeitstages getrunken haben. Ein parallel geführter Kaffee Tracker gab die erschreckende Erkenntnis „tassenweise“ preis. Sprich: am Ende des Arbeitstages waren von den aufgemalten Wassergläsern nur 2 mit hellblauer Farbe ausgemalt. Die gezeichneten Kaffeetassen wiederum mit schokobraunem Inhalt dargestellt, reihten sich dagegen eng aneinander… inzwischen sieht es anders herum aus! 🙂

Fazit

Egal, ob minimalistisch, wie von Ryder Carroll vorgeschlagen, oder bunt und verspielt – ein Bullet-Journal ist auf alle Fälle ein Versuch wert. Hauptsache, ihr haltet euch an eure Keys und führt den Index fortlaufend weiter, wenn ihr ein dickes Notizbuch wählt.

Stöbert in den im Netz unzähligen Vorschlägen und Anregungen. Schaut euch Tutorials and und lasst euch von den diversen Bullet-Journal-Methode Büchern inspirieren. Geht in die Geschäfte für Zeichenbedarf oder bestellt online Sticker, Washi-Tapes und Stempel. Aber, bevor ihr viel Geld ausgebt überlegt, ob ihr nicht erst einmal mit einem Notizbuch und einem Stift anfangt. Und die Schnörkel, Bildchen und kleinen Verschönerungen zeichnet und malt. Denn das, das haben unsere beiden Tester hier eindeutig festgestellt: es ist herrlich meditativ, mit der Hand etwas zu gestalten. Ein wunderbarer Ausgleich zum– meistens – Computer oder Handy geprägten Alltag. Und es ist ein schönes Ritual, am Sonntagabend die neue Woche zu „zeichnen“. Oder auf ein schön gezeichnetes Jahr zurück zu blicken – und gestärkt und kreativ in ein neues zu starten.

Finder euren persönlichen Weg motiviert zu bleiben!