Die „NOT-to-do-Liste“

In Mindflow, Stories by Marena

Love it all Philosophie

„Back to the roots – back to me!“

„Nein“ sagen zu anderen, somit eine Bitte eines lieben Menschens abzuschlagen, fällt vielen von uns schwer. Wir sagen viel zu oft zu Dingen "Ja", nur aus dem Gefühl der Verpflichtung heraus, obwohl wir dazu weder Lust noch Zeit haben. Gerade deshalb kommen wir selbst oft zu kurz. Es ist wichtig, das „Nein“ zu lernen, um Zeit für sich zu finden. Natürlich wollen wir euch nicht dazu auffordern, niemanden mehr zu helfen und euch nur noch auf euch zu konzentrieren! Aber mal ehrlich, ein bisschen mehr Egoismus können wir uns durchaus erlauben..

Was meinen wir damit?

Wie du mir, so ich dir“ – „Behandle andere, wie du von ihnen behandelt werden willst“ – „Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück
So oder so ähnlich sind wir erzogen worden. Wir haben diese Tugenden verinnerlicht, wodurch es uns meist noch schwerer fällt eine Bitte abzulehnen. 

Wie oft habt ihr euch schon dazu breitschlagen lassen, noch kurz vor Feierabend etwas für den Kollegen zu übernehmen, obwohl daheim noch genug zu tun auf euch wartet. Wie oft habt ihr dem Kollegen mit schulpflichtigen Kindern zu Liebe akzeptiert, dass eure Urlaubstage wieder als letzte zugeordnet werden. Oder wie oft seid ihr noch last minute durch die Stadt gehetzt, um ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen, weil sich sonst wieder keiner aus der Freundesgruppe darum kümmert. Und wenn ihr schon dabei seid, könnt ihr ja gleich auch noch den Kuchen backen (Obwohl es natürlich davor eine Einteilung gegeben hätte, wer was macht. Und der Kuchen wäre da auch ganz klar jemand anderen zu geteilt gewesen). Aaaaaber wir machen das doch gerne.
Und der absolute Klassiker des Akzeptieren von ungewollten Gegebenheiten: Wie oft habt ihr schon dem Friseur höflichkeitshalber zugestimmt und seid mit einer ganz anderen Föhnwelle nach Hause als zuvor geplant?

Und immer wieder fragen wir uns, warum sind wir so? Hmm… Naja also, der Mensch war schließlich vor langer, langer Zeit mal Herdentier und darum sind wir bestimmt immer darauf gepolt, Konflikte zu vermeiden um den Frieden in unserem Rudel zu bewahren… Ok, danke, aber hiermit auch genug meines inneren Freuds.
Sind wir uns ehrlich: Es ist halt auch so schön bequem ohne Widerstand… Daher wird aus dem ungeliebten „Nein“, schwups, ein weitaus bekömmlicheres „Ja“ (eventuell auch nur ein gebrummtes „Ok“, aber ihr versteht worum es geht).

Wobei hier geht es nicht (nur) darum zu anderen „Nein“ zu sagen, sondern auch zu sich selbst und den eigenen Marotten. Schließlich solltest du dich im Gegenzug dann ja auch selbst so behandeln, wie du andere behandelst. (Also doch noch ein Hoch auf unsere Tugenden!)
Bevor wir zu anderen „Nein“ sagen können, müssen wir vor allem lernen uns selbst was verweigern zu können. Hierbei geht es aber nicht um die ein oder andere süße Sünde, die wir uns wohlverdient mal gönnen. Sondern um Angewohnheiten die sich über die Jahre in unser Leben geschlichen haben und mit denen wir uns selbst absolut keinen Gefallen tun.

Wie setzten wir das um?

Nehmt Euch eine halbe Stunde Zeit und sucht euch eine der Not-to-Do Listen aus, die wir euch hier als Anregung aufzeigen. Schreibt zu dieser Liste 5 Dinge auf, die ihr nicht mehr tun werdet – „Nein“ sagen, innerlich oder auch laut. Das heißt auch: Nein, zur Perfektion zumindest in diesen Bereichen.

Zu diesen Angewohnheiten solltet ihr auch "Nein" sagen:

Eine Stunde vor dem Schlafengehen sagen wir "Nein" zu..

Im eingespannten Büroalltag sagen wir "Nein" zu..

Für einen effektiv genutzten Tag sagen wir "Nein" zu..

Wo können wir das anwenden?

Die oben genannten Beispiele sind natürlich nur ein Auszug einer schier unendliche Liste. Lasst euch davon inspirieren und erstellt in den für euch wichtigen Kategorien die passenden „Not-to-do“ Listen.

Platziert am besten neben dem Bett einen Block und einen Stift. Das hat gleich mehrere Vorteile: Ihr beschäftigt euch am Abend mit dem vergangen Tag und zieht euer Resümee daraus. Was habt ihr richtig gemacht, wo hättet ihr bestimmter „Nein“ sagen solle? Ihr werdet euch über euer eigenes Verhalten mehr bewusst und lernt dabei wie ihr es für euch selbst besser handhaben könnt. 
Ein weiterer Pluspunkt an den Schreibutensilien am Nachtisch ist es, dass wenn uns noch nicht erledigte Aufgaben im Kopf herumschwirren, wir diese direkt niederschreiben können.
Die Idee dahinter: Auf dem Blatt – aus dem Kopf! Und schon schläft es sich leichter.

Im Journal aufschreiben, jeweils auf einer Seite. Verziert die Liste mit Symbolen, Stickern, die für Euch Leichtigkeit symbolisieren. Sucht euch ein Foto oder einen Zeitungsausschnitt, die Leichtigkeit, easy-going für euch darstellen und klebt es zu eurer Liste dazu.

Für diejenigen unter euch, die sich aus „zeitlichen“ Gründen noch nicht mit einem handschriftlichen Journal anfreunden könnt, legt Euch die Listen in eurem Laptop an, fügt Bilder in das Dokument ein und macht von dem ganzen einen Screenshot. Speichert diesen auf dem eurem Smartphone und lest auch die „Nein“ Liste(n) immer wieder durch, bis ihr sie verinnerlich habt. Und mit einem Mal werdet ihr feststellen, wie leicht es euch in den jeweiligen Situationsbereichen fällt, freundlich und selbstbewusst „Nein“ zu sagen. Zu anderen, aber auch zu euch selbst („nein“ zu noch einer weiteren Stunde Social Media Konsum oder nochmal die Mails checken, direkt vor dem Einschlafen oder in der Mittagspause).

Stay positive - stay motivated!